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Relaunch Online Shop: von WooCommerce auf Shopify 

 September 30, 2021

By  Dr. Dominik Panosch

Du stehst vor der Wahl, ob du deinen Onlineshop mit Shopify oder WooCommerce betreiben sollst? Hast du schon ein System augewählt? Wenn nicht, lies diesen Artikel ganz genau. Du erhältst Antworten auf die gängigen Fragen und wir räumen hier auch mit Vorurteilen auf, die am eCommerce-Markt immer wieder herumgeistern. Und wenn du einen Relaunch planst, weil du denkst, dein WooCommerce-Shop ist nicht (mehr) leistungsfähig genug: Sieh noch einmal genauer hin. Oft lässt sich mit ein paar Klicks der (teilweise sehr teure) Umstieg auf Shopify vermeiden.

Anlass für diesen Artikel ist ein Kundenprojekt, bei dem wir einen Shop von WooCommerce auf Shopify umgestellt haben. Die Programmiererin, die den WooCommerce-Shop erstellt hat, ist nicht länger im Unternehmen tätig, nun musste eine Lösung her, die mittels Relaunch die alte Website überflüssig macht, und mit der die Inhaberin der Firma unabhängig ist und das Projekt, Bestellungen und Blogbeiträge eigenständig managen kann. 

Relaunch Onlineshop von WordPress auf Shopify

Es kommt häufig vor, dass ein Shop-Relaunch von WooCommerce auf Shopify gemacht wird. Das ist nicht deshalb der Fall, weil das WordPress-basierte System prinzipiell dem Cloud-Anbieter Shopify unterlegen ist. Vielmehr werden oft WooCommerce Shops selbst aufgesetzt, ohne eine spezialisierte Agentur zu Rate zu ziehen. Dabei kommt ein Kauderwelsch aus PHP-Skripten, 10 Millionen aktiven Plugins, gemischt mit einer Portion Furcht vor dem nächsten 503-Error zustande. 

Viele Kleinunternehmer, die ihren ersten Shop auf diese Weise erstellt haben, bekommen dann Angst vor der Komplexität von WordPress und suchen sich eine Lösung wie Shopify, Gambio oder Bigcommerce. 

Übrigens: Du musst nicht zwangsläufig mit WooCommerce arbeiten. In diesem Blogartikel findest du 5 alternative Möglichkeiten, einen Shop auf Basis des CMS WordPress zu erstellen. 

Allerdings ist WooCommerce schon eine sehr gute Lösung mit vielen Optionen – also mit einem vielfältigen Anwendungsbereich. Nicht umsonst verwenden einige Agenturen die Basis von WooCommerce auch für Produkt-Konfiguratoren oder komplexe Buchungs- und Terminanfrage-Tools mit Bezahlfunktion.

Warum haben wir überhaupt als WordPress Agentur einen Relaunch auf Shopify durchgeführt? 

Zu Beginn stand der Wunsch der Kundin, einen Onlineshop zu haben, den sie selbst bedienen kann. Außerdem standen wir vor der Herausforderung, dass die Auftraggeberin bereits einiges in den Aufbau eines Shopify-Shops investiert, Programmierer auf Upwork und Fiverr engagiert, und den Relaunch über Shopify vorangetrieben hatte. Da mussten wir nun wohl oder übel die Umstellung auf Shopify gemeinsam mit der Kundin durchführen. 

Es gilt zunächst einmal ein paar Dinge zu beachten, die als Vorbereitung auf den Relaunch unter die Lupe genommen werden sollten: 

  1. Export von Bestellungen, Kundenkonten und Rechnungen
  2. Export von Blogbeiträgen
  3. Bestandsaufnahme der aktuell benötigten Funktionen/Plugins
  4. Neuanlage von Rechtstexten für AGB, Impressum, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung und Versandkonditionen
  5. Umsatzsteuer- und Versandoptionen

Ausgangssituation unseres Shops

Die Ausganssituation für unseren zu relaunchenden Shop war die folgende: 

  • Anzahl Produkte: 104
  • Affiliate-Programm 
  • Rechnungsversand als PDF
  • Flatsome Theme (ohne zusätzlichen Pagebuilder)
  • über 30 Blogartikel
  • 234 bestehende Kunden, davon manche mit Kundenkonto

Plugins und Funktionen in WordPress und ihre Shopify-Pendants

In WooCommerce gibt es für jede Anwendung ein dazu passendes Plugin. Wenn du in WooCommerce eine Funktion suchst, kannst du dir sicher sein, dass in irgendeinem Forum bereits ein Entwickler dieselbe Idee hatte wie du, oder in irgendeinem Support-Forum ein PHP-Schnipsel bereitgestellt wurde, das du nur einbauen und minimal anpassen musst. 

Shopify gibt es noch nicht so lange wie WordPress, und das System hat vor allem einen Nachteil: Es gibt nichts umsonst. In Shopify gibt es sehr viele Erweiterungen, genannt Apps, von denen aber selten welche kostenlos sind.

Eine Liste der besten kostenlosen und auch kostenpflichtigen Shopify-Plugins für den Start deines eCom-Business findest du in diesem Artikel von ecommerce-platforms.com

Germanized for WooCommerce

Um Germanized for WooCommerce zu ersetzen, musst du in Shopify ein paar Apps installieren, denn die Standardfunktionen von Shopify reichen in keinem Fall aus. 

Hier ein paar Funktionen, die ich an WooCommerce Germanized (Pro) schätze:

  • Automatischer Versand der PDF-Rechnung an den Kunden
  • Eingebauter Generator für AGB und Widerrufsbelehrung
  • Double-Optin für Benutzerkonten
  • Integration mit Sevdesk und Lexoffice

Was in Shopify anders ist: 

  • Double Optin nicht möglich (nötig..?). Warum Shopify sich die Freiheit herausnimmt, ist in diesem Artikel zu erahnen. Das Double-Optin Verfahren behindert angeblich den Conversion-Prozess und wurde deshalb von Shopify standardmäßig über Bord geworfen. 
  • PDF-Rechnungsversand mittels App möglich, diese kostet aber einigen Monatsbeitrag. Die beste App, die wir gefunden haben, ist Sufio. 
  • Integration mit Sevdesk (Österreich, Deutschland): Eine Anbindung ist hier direkt über eine Shopify-App möglich. Das ist einerseits besser als in WooCommerce, da die Integration direkt erfolgt, allerdings bietet Sufio z.B. keinen automatischen Sevdesk-Export an, im schlechtesten Fall hast du damit dann 2 Kundenbelege für dieselbe Transaktion

Die nächste Hürde: B2B Shop in Shopify umsetzen

Die Abfrage der UID-Nummer und automatische Anwendung von “Tax exempt” ist in WooCommerce ganz easy. In Shopify funktioniert dieser Teil mittels der oben genannten App Sufio. Was aber, wenn du nicht NUR einen B2B Shop hast, sondern auch Privatkunden, die ja die Bruttopreise neben dem Produkt angezeigt bekommen sollen?

Es geht letzten Endes um diese 2 Funktionen: 

– Nettopreise sollen automatisch kalkuliert werden (daher Preise als Nettopreise angelegt) 

– Bruttopreise im Shop angezeigt (daher App oder Custom Coding) für die Privatkunden

In diesem Blogartikel von Shopify selbst wird genau das erklärt. 


Cookie Banner für WooCommerce

Wir verwenden in WooCommerce gerne das kostenlose Plugin “Complianz”. Das hat zwar auch ein paar Funktionen in der Pro-Version, die hilfreich sein können, aber die Basisversion reicht für die meisten Konfigurationen aus. 

Beispiele für die Anwendung von Complianz: 

  • Integration von Google Tagmanager inkl. Consent-Management mit benutzerdefinierten Events
  • Einbindung von Facebook-Pixel
  • Einbindung von jeglichem sonstigen Tracking-Pixel und Möglichkeit zur komplett transparenten Nutzer-Zustimmung/Ablehnung jedes einzelnen Cookies


Cookiebanner in Shopify: 

Von Shopify selbst gibt es die App Customer Privacy Banner, die allerdings laut aktueller Rechtssprechung nicht wirklich DSGVO-konform ist. Die Shopify-Agentur “tante-e” hat hierzu einen sehr guten Artikel geschrieben https://tante-e.com/blogs/tante-e-blog/rechtskonformes-cookie-banner-fur-den-shopify-onlineshop#p6s9ijybgociy5pqig0t1

Cookiebot als Plattform-unabhängige Javascript-Lösung

Wir empfehlen den Einsatz von Cookiebot, allerdings gibt es das Tool erst ab 9€ pro Monat, wenn du eine Website mit über 100 Unterseiten hast. Das soll bei Onlineshops schon mal vorkommen, da jedes einzelne Produkt bereits eine Unterseite darstellt. Mit unserem Projekt-Shop, der 104 Produkte mit insgesamt 278 Varianten hat, ist Cookiebot schon mal sicher keine kostenlose Option.

Google Analytics Unterschiede Shopify/WooCommerce 

Um Google Analytics mit Shopify zu nutzen, musst du dich entweder sehr gut mit dem Google Tagmanager auskennen, oder die alte Version (Universal Analytics, Tracking-ID beginnend mit UA-) von Google Analytics verwenden. Damit unterstützt Shopify dann das Enhanced eCommerce Tracking. Wenn du bei deiner WordPress-Seite die neue Analytics-Property verwendet hast (GA4) dann wirst du vermutlich – außer wenn du dich gut auskennst oder viel Zeit hast, dich einzulesen – eine neue Google Analytics Property mit dem alten Interface erstellen, da Shopify ab Werk nur die Universal Analytics Codes unterstützt. Das ist, Stand heute (08/2021) der Fall, wird aber evtl. noch in künftigen Shopify-Updates angepasst. 

Für WooCommerce gibt es ein Plugin von Tatvic, das WordPress um die Enhanced eCommerce Funktionen erweitert. 

404- und 301-Weiterleitungen in Shopify

Bei einem Relaunch kommt es schon mal zu der einen oder anderen URL die sich ändert. Beim Relaunch auf Shopify ändert sich prinzipiell ALLES. Anders als in WordPress kannst du die Stamm-URL nicht flexibel anpassen. Was bedeutet das? Das Dateisystem von Shopify lässt nur bestimmte Bezeichnungen zu. So hat eine Produkt-Kategorie-Seite in Shopify z.B. immer den Stamm /collections/, Blogartikel immer /blogs/, Produkte immer /products/.

301-Weiterleitungen können üblicherweise auch direkt am Server eingerichtet werden. Dann wird einfach eine Regel erstellt, wie eingehende Klicks verarbeitet werden sollen. Da wir aber mittels CNAME-Eintrag auf den Shopify-Server verlinken, oder alternativ auch direkt die Domain über die Shopify-Nameserver verwalten lassen, fällt diese Option weg. 

In WordPress haben wir gleich 2 coole Möglichkeiten, Umleitungen mittels Plugin einzurichten: 

  1. Das kostenlose Plugin “Redirection”: Damit kannst du sowohl 404-Monitoring betreiben, also broken Links überwachen, als auch eine Redirection, also eine Umleitung, einrichten. 
  2. Das SEO-Plugin Rankmath: Hier hast du neben den ganzen Optionen wie Schema-Markup, Verknüpfung mit Search Console, und den ganzen anderen Optionen, die es beispielsweise in Yoast gibt, die Möglichkeit, sowohl ein 404-Monitoring als auch Umleitungen einzurichten. 


In Shopify gibt es die Möglichkeit, Weiterleitungen einzurichten, ausschließlich über eine bezahlte App. Die im Preisleistungsverhältnis am vernünftigsten erscheinende, die wir gefunden haben, war die App Broken Link 404/301-Redirect. Für diese gibt es auch einen kostenlosen Plan, der 404-Monitoring ermöglicht. Regeln für 301-Weiterleitung (die bei der Änderung des kompletten URL-Stamms zwingend benötigt werden) sind allerdings nur im bezahlten Abo erhältlich. 

Layout der Kategorieseite ändern

In WordPress/WooCommerce

Wenn in WordPress das Layout einer Kategorieseite nicht schön ist, hast du 3 Optionen: 

In Shopify

In Shopify hast du dieselben Optionen, allerdings nicht so viele Auswahlmöglichkeiten, was die Tools angeht. Da sieht es dann folgendermaßen aus:

  • Einen Programmierer organisieren und im Theme-Code ein Template erstellen lassen (viele Stunden Programmieraufwand)
  • Ein Theme verwenden, das dir im Editor die Möglichkeit bietet, Kategorieseiten zu bearbeiten und coole Elemente zu platzieren (beste Möglichkeit)
  • Einen Pagebuilder wie Shogun oder PageFly verwenden. Das haben wir gemacht, weil das Theme das bereits verwendet wurde, keine Option anbot, die Kategorieseiten anzupassen. 

Die Pagebuilder-Option in Shopify ist tatsächlich sehr cool, wenn du nicht mehr als eine Seite brauchst. Du hast die Möglichkeit, jeweils eine Seite in der kostenlosen Version der App zu erstellen.

  • Produktseite
  • Collection-Seite (also Produktkategorie-Seite)

Gutscheincodes/Coupons anlegen

Sowohl Shopify als auch WooCommerce haben die eingebaute Funktion für die Anlage von Gutscheincodes. Hier hat Shopify definitiv die Nase vorn, weil die Bordmittel von WooCommerce einfach nicht so viele Optionen bieten. 

Produkt-Bundles anlegen

WooCommerce bietet im eigenen Erweiterungs-Store die Möglichkeit, das Product-Bundle Plugin käuflich zu erwerben. Das Plugin kostet 49 Dollar jährlich und erweitert das Shop-Plugin um die Funktion, Produkte im Set zu verkaufen und den Warenbestand automatisch zu aktualisieren. 

image | Die WP-Meister

Anmerkung zu diesem Blogartikel

Dieser Artikel ist noch nicht ganz fertig und wird laufend erweitert. Allerdings hast du oben bereits einige Insights aus unserem Relaunch-Prozess, die dir hoffentlich weiterhelfen! Wenn du Unterstützung beim Relaunch deines Webshops benötigst, melde dich gerne bei uns. Wir werden dir sicherlich zuerst dazu raten, bei WooCommerce zu bleiben, aber haben mittlerweile auch wirklich sinnvolle Empfehlungen für Shopify Themes, Apps und Integrationen.

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